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Digitale Schule FFB: Ein ganzheitlicher Ansatz wie Digitalisierung im Klassenzimmer ankommt

Digitale Schule FFB: Lehrkraft arbeitet mit LEGO Education und digitalen Lernmaterialien

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Inhalt
Gastbeitrag: Matthias Rohwedder, Geschäftsführer der Digitalen Schule FFB e. V.

Frühjahr 2020: Von der Kreidezeit zur digitalen Schule

Vor den Schulen stehen Wäschekörbe mit Arbeitsblättern. Eltern holen sie ab. Zu Hause wird weitergemacht. So sah digitaler Unterricht für viele Familien in den ersten Wochen aus.

Während der Corona-Pandemie war im Landkreis Fürstenfeldbruck, wie in so vielen anderen auch, Land unter. Wie kann Unterricht in einer solchen Extremsituation aussehen? Was brauchen wir, um unseren Kindern trotzdem den bestmöglichen Zugang zu guter Bildung zu ermöglichen? Und wie lässt sich das technisch stemmen?

Aus diesen Fragen heraus haben wir angefangen, uns intensiv mit den Herausforderungen rund um die digitale Ausstattung und IT-Infrastruktur an Schulen zu befassen. Zwei Jahre später wurde daraus ein Verein.

Matthias Rohwedder, Geschäftsführer der Digitalen Schule FFB e. V.
Autor des Beitrags

Matthias Rohwedder

Geschäftsführer der Digitalen Schule FFB e. V.

Matthias Rohwedder ist Geschäftsführer der Digitalen Schule FFB e. V. und begleitet gemeinsam mit seinem Team die Digitalisierung von Schulen im Landkreis Fürstenfeldbruck. Im Mittelpunkt stehen dabei eine zentral organisierte Schul-IT, verlässlicher Support sowie die praxisnahe Begleitung von Lehrkräften beim Einsatz digitaler Werkzeuge im Unterricht.

Mehr über die Digitale Schule FFB

Digitale Schule FFB: Gemeinsame Schul-IT für den Landkreis Fürstenfeldbruck

Die Digitale Schule FFB e. V. wurde im Juli 2022 gegründet. Der gemeinnützige Verein wird vom Landkreis Fürstenfeldbruck und nahezu allen Kommunen im Landkreis getragen. Was als Beratungsinitiative für die Sachaufwandsträger begann, ist heute eine feste Stütze für die digitale Bildung im Landkreis.

Der Anlass war eine Erfahrung, die viele Sachaufwandsträger teilen: Die landkreiseigenen Schulen profitieren seit Jahren von gebündelten IT-Ansprechpartnern. Die Grund- und Mittelschulen dagegen, für die Städte und Gemeinden zuständig sind, standen jeweils für sich vor denselben Fragen: Welche digitale Ausstattung ist sinnvoll? Wie lassen sich Förderprogramme nutzen? Was schreibt der Datenschutz vor?

Die Antwort darauf war keine neue Behörde, sondern die Digitale Schule FFB e. V. als zunächst auf drei Jahre befristete Initiative zur Betreuung der Kommunen. Kleine Kommunen erhalten damit dieselbe Qualität wie große. Außerdem bekommen Schulen einen zentralen Ansprechpartner statt eines komplexen Zuständigkeitsgeflechts.

Schul-IT aus einer Hand: Von Fördermitteln bis zum laufenden Support

Bei der Digitalen Schule FFB unterstützen wir den gesamten Prozess rund um die Beschaffung digitaler Ausstattung: von der Beantragung der Fördermittel über nachhaltige Ausstattungskonzepte bis zur Einrichtung der Geräte. Anschließend betreiben und warten wir die Technik und sind über unser Ticketing-System für die Schulen erreichbar.

Dabei arbeiten wir eng mit Schulen und Kommunen zusammen. Unser Ziel ist nicht, möglichst viel Technik anzuschaffen, sondern genau die Ausstattung bereitzustellen, die Schulen benötigen und tatsächlich nutzen.

Wer einen Förderantrag schreibt, ohne später für den Betrieb der angeschafften Technik verantwortlich zu sein, trifft andere Entscheidungen. Dass bei uns Beschaffung, Betrieb und Support zusammenlaufen, ist deshalb kein organisatorisches Detail, sondern ein entscheidender Hebel.

Ein Wendepunkt war das Jahr 2024. Die Befristung wurde aufgehoben und wir übernahmen neben der Beratung auch den IT-Support für unsere Mitgliedsschulen.

Heute begleiten wir als Digitale Schule FFB rund 2.600 Lehrkräfte und mehr als 23.000 Schülerinnen und Schüler an über 50 Schulen. Möglich ist das nur durch Standardisierung und ein starkes IT-Team: einheitliche Images statt gewachsener Einzelinstallationen, zentrale Softwareverteilung statt Turnschuh-Administration.

Das klingt zunächst unspektakulär, entscheidet aber darüber, ob ein Update über Nacht durchgeführt werden kann oder dafür eine Woche lang Vor-Ort-Termine notwendig sind.

Wenn wir den Schulen technische Aufgaben abnehmen, damit Lehrkräfte mehr Freiräume für Pädagogik gewinnen, dürfen wir sie bei der Nutzung digitaler Werkzeuge nicht allein lassen.

Digitale Bildung braucht mehr als Geräte

Nachdem Prozesse, Technik und Infrastruktur eingeführt waren, konnten wir als Digitale Schule FFB auf eine sehr gute Bilanz zurückblicken. Gleichzeitig wussten wir: Da geht noch mehr.

Denn funktionierende Technik ist nur die Voraussetzung für digitalen Unterricht. Tablets, interaktive Displays und andere digitale Geräte müssen nicht nur vorhanden sein, sondern im Unterricht auch sinnvoll eingesetzt werden.

Daraus haben wir einen wichtigen Schluss gezogen: Wenn wir den Schulen technische Aufgaben abnehmen, damit Lehrkräfte mehr Freiräume für Pädagogik gewinnen, dürfen wir sie bei der Nutzung digitaler Werkzeuge nicht allein lassen.

Wie fordernd der Berufsalltag einer Lehrkraft ist, können wir uns nur vorstellen. Was wir aber tun können, ist Lehrkräfte bei der Recherche, beim Erproben, Evaluieren und Einführen neuer digitaler Tools zu begleiten.

Digitale Schule LAB: Digitale Tools im Unterricht praktisch erproben

Die Konsequenz der Digitalen Schule FFB ist die Digitale Schule LAB.

LAB steht für Lern-, Austausch- und Begegnungsraum. Darüber bieten wir Lehrkräften und Eltern Materialien, Workshops und Veranstaltungen rund um digitale Bildung an.

Wie das konkret aussieht, hat sich im vergangenen Schuljahr gezeigt. Ende Mai startete an der Realschule Fürstenfeldbruck eine praxisorientierte Workshopreihe rund um LEGO Education SPIKE und Ozobot-Roboter. Die Lehrkräfte steuerten LEGO-SPIKE-Roboter über Farbcodes und ließen die Ozobots in einem Curling-Wettkampf gegeneinander antreten. Wer eine solche Box einmal selbst zum Laufen gebracht hat, weiß in der nächsten Stunde, was er damit seiner Klasse anfangen kann.

LAB Days: Fortbildungen für digitale Unterrichtswerkzeuge

Ende Juni folgte der bisherige Höhepunkt: Am Viscardi-Gymnasium gingen die LAB Days der Digitalen Schule FFB in die erste Runde.

An drei Terminen konnten Lehrkräfte aus dem Landkreis digitale Werkzeuge nicht nur kennenlernen, sondern direkt in der Praxis testen. Für die Grundschulen hatten wir eKidz zur Leseförderung und NotebookLM für die Unterrichtsvorbereitung im Gepäck. Den weiterführenden Schulen stellten wir die Mathe-Lernplattform Magma Mathe und ebenfalls NotebookLM vor.

Getestet wurde auf iPads des Medienzentrums FFB. Damit die Arbeit anschließend im Schulalltag weitergehen konnte, haben wir zusätzlich Testlizenzen ausgegeben.

Drei Dinge haben sich dabei als besonders wichtig erwiesen:

  • Erstens: das eigene Ausprobieren. Zwei Stunden mit einem Gerät oder einer Anwendung in der Hand bringen häufig mehr als ein Vortrag über deren Potenziale.
  • Zweitens: die Fortsetzung im eigenen Klassenzimmer. Denn erst dort entscheidet sich, ob ein digitales Werkzeug im Unterricht wirklich funktioniert.
  • Und drittens: der Austausch zwischen Lehrkräften. Eine Grundschullehrkraft, die einer Kollegin erklärt, wie sie eine App im Leseunterricht einsetzt, überzeugt oft mehr als jede Anbieterpräsentation.

In einem Landkreis mit mehr als 50 Schulen ist ein solcher Austausch ansonsten nur schwer zu organisieren.

Digitalisierung ist an unseren Schulen längst kein zeitlich begrenztes Projekt mehr, sondern Regelbetrieb.

KI in der Schule: Die nächste Herausforderung für Lehrkräfte und Schul-IT

Die Vorbereitungen für die nächsten LAB Days laufen bereits, weitere Workshop-Angebote werden folgen. Und ein Thema der kommenden Jahre steht fest: Künstliche Intelligenz in der Schule.

Gerade bei unterrichtsbegleitenden Anwendungen erleben wir derzeit einen enormen Zuwachs an neuen Angeboten. Kaum eine Woche vergeht ohne ein weiteres Tool, das Unterrichtsvorbereitung, Differenzierung oder Korrektur erleichtern soll.

Für einzelne Lehrkräfte ist dieser Markt kaum noch zu überblicken. Genau hier sehen wir eine unserer zukünftigen Aufgaben: Anwendungen einordnen, ausprobieren und Schulen dabei unterstützen, geeignete Werkzeuge sinnvoll einzusetzen. KI wird viele Prozesse im Schulalltag beschleunigen. Deshalb ist es wichtig, nicht nur mit der Technologie anzufangen, sondern ihre Einführung fachlich und organisatorisch zu begleiten.

Digitalisierung an Schulen ist heute Regelbetrieb

Nach vier Jahren Vereinsarbeit ziehen wir eine wichtige Erkenntnis: Digitalisierung ist an unseren Schulen längst kein zeitlich begrenztes Projekt mehr, sondern Regelbetrieb.

Und Regelbetrieb bedeutet weit mehr, als Geräte am Laufen zu halten. Es geht um verlässliche IT-Infrastruktur, professionelle Betreuung, geeignete digitale Werkzeuge und vor allem darum, Lehrkräfte dabei zu unterstützen, diese Möglichkeiten sinnvoll im Unterricht einzusetzen.

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